Der indische Premierminister (l.) und der deutsche Bundeskanzler erarbeiten gemeinsame Wasserstoffprojekte. © Bundesregierung/ Guido Bergmann |
Liebe Leserinnen und Leser,
bereits 1962 wurde in Indien eine Anlage zur Produktion von grünem Wasserstoff und Ammoniak in Betrieb genommen.
Als eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt verzeichnet das Land einen stetig steigenden Energiebedarf. Deshalb treibt die Regierung den Ausbau nicht-fossiler Stromerzeugung deutlich voran: bis 2030 will Indien 500 GW erreichen. Das asiatische Land setzt dabei zunehmend auch auf grünen Wasserstoff: als Instrument zur Dekarbonisierung, zur Reduzierung von Energieimporten und perspektivisch auch als Exportware.
Für Deutschland, das auf H2-Importe angewiesen ist, etabliert sich Indien somit zunehmend als relevanter Partner. Die Anfang 2026 erneuerte Partnerschaft geht dabei über eine politische Absichtserklärung hinaus: Im Fokus stehen konkrete Lieferketten, ein Technologietransfer und gemeinsame Pilotprojekte. Damit wird deutlich, dass Indien nicht nur als Exporteur gedacht wird, sondern zunehmend als Produktions- und Innovationsstandort.
Wie sich die Wasserstoffdynamik in Indien konkret entwickelt und wo sich die deutsch-indische Zusammenarbeit abzeichnet, beleuchten wir in diesem Newsletter.
Mehr zu aktuellen Entwicklungen des globalen Wasserstoffhochlaufs finden Sie auf unserer Website sowie weitere tägliche Updates auf unserem LinkedIn-Kanal.
Namasté |
Ein Überblick über Indiens Wasserstoffwirtschaft |
|
5 Millionen Tonnen grüner Wasserstoff |
| ... sollen bis 2030 mindestens jährlich produziert werden. Das sieht Indiens „National Green Hydrogen Mission“ aus dem Januar 2023 vor. Dazu stellt das Land rund 2,24 Milliarden Euro bereit. Diese sind für den Aufbau von 60 bis 100 GW Elektrolysekapazität vorgesehen, gespeist aus 125 GW erneuerbarer Energien, die eigens für die Wasserstoffproduktion reserviert werden sollen. |
|
Anfang Mai 2026 lagen die Projektzahlen des indischen Ministeriums für neue und erneuerbare Energien (MRNE) bei: |
307 Projekten
zur Produktion von grünem Wasserstoff |
| 22 Projekten
zur Herstellung von Elektrolyseuren und Brennstoffzellen |
| 30 Projekten
zu weiteren Wasserstoffvorhaben |
|
| Die Wasserstoffprojekte sind nach Angaben des Ministeriums entweder geplant oder befinden sich bereits in der Umsetzung. |
Von Indien nach Deutschland: Die H2-Zusammenarbeit |
| ... verbindet Deutschland und Indien eine enge Energiepartnerschaft: das Indo-German Energy Forum (IGEF). Regelmäßig tauschen sich in diesem Rahmen die Fachministerien und Vertreter der Energiewende aus. |
|
Ein wichtiger Schritt folgte im Mai 2022: |
Bei den deutsch-indischen Regierungskonsultationen wurde eine Taskforce beschlossen. Diese zielt auf den Aufbau einer Roadmap ab, die den Markthochlauf von grünem H2 in Indien vorantreiben soll. Unterstützt wird sie durch die Förderinstrumente "H2Uppp" und "PtX-Hub" der deutschen Bundesregierung. |
|
© Detlev Tenzer / PtX Hub |
|
Mit den im Januar 2026 vereinbarten Projekten |
| ... zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und Premierminister Narendra Modi gewinnt die Wasserstoff-Kooperation weiter an Tiefe. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Absichtserklärung zwischen dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) und der indischen Regulierungsbehörde Petroleum and Natural Gas Regulatory Board (PNGRB). Diese zielt auf die Entwicklung gemeinsamer Standards für Wasserstoffprozesse ab. Für deutsche Unternehmen eröffnet dies die Perspektive, in Indien produzierten Wasserstoff künftig nach europäischen Vorschriften zu zertifizieren und zu handeln. |
|
... entstehen konkrete Industriepartnerschaften: So haben die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und Thyssenkrupp Nucera AG & Co. KGaA im Rahmen von "H2Uppp" Anfang 2026 eine Zusammenarbeit vereinbart. Damit wollen sie den Ausbau der Wasserstoff- und Power-to-X-Märkte in Indien vorantreiben. Im Mittelpunkt steht eine Analyse des indischen Markts für grünen Wasserstoff. |
|
|
Die deutsch-indische Zusammenarbeit zeigt: Der Wasserstoffhochlauf wird international entschieden. Gemeinsame Standards, Projekte und Partnerschaften schaffen die Grundlage für funktionierende Märkte. Indien positioniert sich dabei zunehmend als zentraler Partner für Deutschland. |
Unser H2-Marktspiegel wächst weiter! Sie wollen sich auch als führender Akteur in der Wasserstoffwirtschaft präsentieren? Dann melden Sie sich bei unserem Head of Business Unit Michael Heeg!
Neu dabei ist: |
|
Die Angst+Pfister Gruppe mit Hauptsitz in der Schweiz ist seit über hundert Jahren ein führender Innovationspartner für technische Komponenten und Engineering-Lösungen, insbesondere in den Bereichen Elastomer- und Gummi-Metallteile sowie Compounding. Durch lokale Vertriebs- und Technikorganisationen betreut das Unternehmen jährlich mehr als 20.000 Kunden in über 50 Ländern. |
|
|
|
|
|
|